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Das Stück wird noch nächsten Freitag 10. und Samstag 11.11.,             jeweils 20 Uhr, aufgeführt.

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Psychotherapie auf der Bühne (Kritik der Thurgauer Zeitung/Desirée Müller)

 

TÄGERWILEN ⋅ Am Freitag feierte das neuste Stück des Theaters Tägerwilen «Trommeln über Mittag» Premiere. Dabei werden fünf Patienten bei ihren nicht ganz konventionellen Therapiesitzungen begleitet.

Viel haben die Patienten des Psychotherapeuten-Paars Yvonne und Wilfried Reich nicht gemeinsam. Ausser vielleicht die dicken, farbigen Wollsocken, die sie sich vor jeder Sitzung überziehen. Die fünf Protagonisten kommen mit ganz unterschiedlichen Problemen zu den etwas geldhungrigen Therapeuten. Staubsaugervertreter Rolf wird von Albträumen geplagt, Nelly fürchtet sich vor Chlorverbindungen auf Stühlen und kann es nicht lassen, von ihrem geliebten Kater zu erzählen. Pete Isenring, Geschäftsmann in der Waffenindustrie, leidet unter Verfolgungswahn und der TV-Mann Hanspeter Stemmler bringt kein Wort heraus, was seinen Job vor der Kamera etwas schwierig macht. Das Stück «Trommeln über Mittag» beschäftigt sich auf unterhaltsame Weise mit der Selbstfindung der Figuren. Allesamt stehen sie an einem Scheidepunkt ihres Lebens. Die Therapieformen, welche Yvonne und Willi einsetzen, sind köstlich: Die Meditation mit Heintjes «Mama» im Hintergrund löst beim Publikum lautes Gelächter aus.

Ein etwas anderes Lustspiel

Die zehn Laienschauspieler setzen gekonnt ihre Mimik ein und blühen in ihren Rollen auf. Die Sorgen der Patienten sind nicht das einzige Thema im Stück. Es hebt sich etwas von den gewohnten Lustspielen von Laientheatern ab und ist weniger ein klassisches Stück für die ganze Familie. Denn bereits auf dem Flyer ist von einer Sexualtherapeutin zu lesen und das Thema wird wie zu erwarten regelmässig aufgegriffen. Spätestens, als die besagte Emanuela Trost die Bühne betritt, wird «Trommeln über Mittag» nicht mehr ganz jugendfrei. Ihre langen Beine sind unter ihrem knappen Rock nicht zu übersehen und sie spricht mit tiefer, erotischer Stimme. Sie betont auch gerne Wörter, um deren Doppeldeutigkeit hervorzuheben. Es wird vom «Zauberstab», der den Frauen Liebesenergie einhaucht, gesprochen, über Swinger Clubs diskutiert und gerne auch anzügliche Hüftbewegungen eingesetzt.

Harmlos, oder doch eher an der Grenze?

Produktionsleiter und Schauspieler Beat Steiner brauchte etwas Zeit, um in die Materie einzutauchen und sich richtig wohl auf der Bühne zu fühlen. Regisseur Thomas Lehmann findet das Stück hingegen absolut harmlos und überhaupt nicht zu gewagt. Für einige befragte Besucher war das Stück dann aber doch hart an der Grenze für ein Dorftheater. Doch Thomas Lehmann gewann auch neue Fans mit seiner Inszenierung. So wie Thomas Kihm, der begeistert vom neuen Stück ist. Zumindest für Erwachsene sei das Theater nicht zu anstössig. Pia Brunschwiler gefällt «Trommeln über Mittag» ebenfalls. Es war ihr erster Besuch eines Laientheaters, und: «Ich war überrascht über die Professionalität der Schauspieler», so die Frauenfelderin.